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Chronologie der Gedenkstätte
4. September 1980
Erste antifaschistische Stadtrundfahrt in Tempelhof
Die Arbeitsgemeinschaft Jugend und der Jugendpresseclub e. V. veranstalteten in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes die erste antifaschistische Stadtrundfahrt in Tempelhof. Gemeinsam mit Emil Ackermann und Wolfgang Szepansky, ehemalige Häftlinge des KZ Sachsenhausen, wurden Stätten der Arbeiterbewegung und des nationalsozialistischen Terrors erkundet, eine Station der Tour war auch das Gelände an der General-Pape-Straße. Dazu erschien eine kleine Broschüre. Die Rundfahrten werden seitdem vom Verlag Paper Press in unregelmäßigen Abständen durchgeführt.
Erste antifaschistische Stadtrundfahrt in Tempelhof
Die Arbeitsgemeinschaft Jugend und der Jugendpresseclub e. V. veranstalteten in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes die erste antifaschistische Stadtrundfahrt in Tempelhof. Gemeinsam mit Emil Ackermann und Wolfgang Szepansky, ehemalige Häftlinge des KZ Sachsenhausen, wurden Stätten der Arbeiterbewegung und des nationalsozialistischen Terrors erkundet, eine Station der Tour war auch das Gelände an der General-Pape-Straße. Dazu erschien eine kleine Broschüre. Die Rundfahrten werden seitdem vom Verlag Paper Press in unregelmäßigen Abständen durchgeführt.
31. März 1981
Enthüllung einer Gedenktafel
Durch den damaligen Tempelhofer Bezirksbürgermeister Siegmund Jaroch wurde am Haus Werner-Voß-Damm 62 eine Gedenktafel für die Opfer des frühen Naziterrors in den Kellern der Kaserne General-Pape-Straße enthüllt. Vorausgegangen war ein Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof vom März 1980. Bei den anschließenden Recherchen gab es bereits einen Anwohnerhinweis auf das Gebäude Werner-Voß-Damm 54a, doch nach einem Fachurteil entschied man sich für das Haus Nr. 62.
1986
Diebstahl der Gedenktafel
Nach der Entdeckung des Diebstahls der Gedenktafel im Dezember 1986 wurde im März 1987 eine Neuanfertigung der Tafel angebracht. Der Diebstahl wurde nicht aufgeklärt.
1987
Ausstellung »Die Rote Insel«
Die Berliner Geschichtswerkstatt e. V. zeigte die Ausstellung »Die Rote Insel. Zur Geschichte des Schöneberger Arbeiterviertels«. Im gleichnamigen Begleitband erschien ein Beitrag von Barbara Danckwortt, der erste Forschungsergebnisse zur SA-Folterstätte General-Pape-Straße zusammentrug.
1988
Gründung der Geschichtswerkstatt Papestraße
Zur Erforschung des genauen Orts der SA-Haftstätte auf dem ehemaligen Kasernengelände und seiner Geschichte gründeten Anwohner und Historiker die Geschichtswerkstatt Papestraße.
Januar 1992
Lokalisierung der ehemaligen SA-Haftstätte Papestraße
Nach verschiedenen Aufrufen und Presseveröffentlichungen erhielt die Geschichtswerkstatt Papestraße einen eindeutigen Hinweis, der zur Entdeckung der ehemaligen SA-Haftstätte im Keller des Werner-Voß-Damm 54a führte.
März 1995
Ausstellung »SA-Gefängnis 1933 – General-Pape-Straße«
Die Geschichtswerkstatt Papestraße und eine Künstlergruppe zeigten im Haus Werner-Voß-Damm 54a die Ausstellung »SA-Gefängnis 1933 – General-Pape-Straße – Reaktionen auf Spuren und Dokumente. Fotos – Bilder – Installationen«. Zur Ausstellungseröffnung sprach die Journalistin Lea Rosh vor rund 500 Besuchern.
1996
Veröffentlichung des Buches »SA-Gefängnis Papestraße«
Kurt Schilde, Rolf Scholz und Sylvia Walleczek veröffentlichten das Buch »SA-Gefängnis Papestraße. Spuren und Zeugnisse« im Berliner Overall-Verlag mit finanzieller Unterstützung der Bruno-und-Else-Voigt-Stiftung. Die umfangreiche Dokumentation enthält auch die Namen von circa 250 Inhaftierten. Heute sind durch die jahrelangen Recherchen der Geschichtswerkstatt rund 400 Namen der geschätzten Mindestzahl von 2000 Häftlingen bekannt.
Oktober 1998
Beginn der Führungen
Mitglieder der Geschichtswerkstatt Papestraße begannen mit den Führungen im Keller des Gebäudes Werner-Voß-Damm 54a. Zusammen mit einem ehemaligen Häftling und der Tochter eines früheren Inhaftierten führen sie seitdem zweimal jährlich Interessierte durch die ehemalige Haftstätte. Veranstalter ist die Volkshochschule Tempelhof in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.
16. Juni 1999
Eröffnung der Ausstellung »Verfolgte Ärzte im Nationalsozialismus«
Veranstalter der Ausstellung im Gebäude General-Pape-Straße 62 war das Robert Koch-Institut, das auf dem ehemaligen Kasernengelände bis 2003 eine Zweigstelle hatte. Die Ausstellung – Idee und Konzeption von Katrin Ketelhut – wurde anschließend bis 2005 im Gebäude des Gesundheitsamtes Tempelhof an der Mariendorfer Königstraße präsentiert. Zur Ausstellung erschien eine begleitende Broschüre des Robert Koch-Instituts.
27. August 2003
Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg
Die Bezirksverordneten gaben ein einstimmiges Votum zur Einrichtung einer Gedenk- und Begegnungsstätte für das SA-Gefängnis auf dem Gelände des ehemaligen Kasernenkomplexes General-Pape-Straße ab.
3. Februar 2005
Beschlussempfehlung des Ausschusses für Bildung und Kultur
Der Ausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg spricht sich für die Entwicklung einer langfristigen Lösung zur Sicherung, Einrichtung und Betreuung der Gedenkstätte »General-Pape-Straße« durch das Bezirksamt gemeinsam mit dem Land Berlin und dem Bund aus.
September bis November 2005
Open-Air-Ausstellung »Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße«
Diese Ausstellung auf dem ehemaligen Kasernengelände wurde von den Museen Tempelhof-Schöneberg in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Papestraße veranstaltet. Dieter Hapel, Bezirksstadtrat für Schule, Bildung und Kultur, eröffnete die Ausstellung am »Tag des offenen Denkmals«. Das Begleitprogramm bot Vortragsveranstaltungen im Tempelhof Museum zur Funktion der SA in Berlin 1933/34 und zu den Berliner Gedenkstätten zum Nationalsozialismus, insbesondere des Gedenkorts SA-Gefängnis Papestraße.
Auch ein Projekt des Jugend Museums Schöneberg begleitete die Ausstellung: Schülerinnen und Schüler der Tempelhofer Hugo-Gaudig Oberschule stellten einen Videofilm mit dem Titel »Die General-Pape-Straße – Ein Gedenkort?« her.
Dezember 2005
Kasernengelände wird Entwicklungsgebiet
Im Dezember 2005 wurde das ehemalige Kasernengelände als eines von fünf städtischen Entwicklungsgebieten in das Senatsprogramm »Stadtumbau West« aufgenommen.
Im Rahmen der damit einhergehenden städtebaulichen Voruntersuchung kam es auch zu einem Treffen mit der Eigentümerin des Gebäudes Werner-Voß-Damm 54a, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese erklärte ihren Willen, den Erhalt der authentischen Räume und die Einrichtung einer Gedenkstätte zu unterstützen.
August 2006
Einrichtung einer Website
Zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Tempelhof Museum im August 2006 ging die Website für die im Aufbau befindliche Gedenkstätte SA-Gefängnis Papestraße online.
November 2008
Gründung eines Fördervereins
Die Geschichtswerkstatt Papestraße hat sich als Förderverein Gedenkstätte Papestraße e. V. konstituiert. Sein Ziel ist die Einrichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte am authentischen Ort Werner-Voß-Damm 54a. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.
Januar 2009
Geschichtsparcours Papestraße
Das frühere Militärareal entlang der General-Pape-Straße ist durch die vielen ehemaligen Kasernenbauten im Norden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg sehr präsent, seine Geschichte jedoch kaum bekannt. Der Geschichtsparcours Papestraße, der auf Initiative der Museen Tempelhof-Schöneberg angelegt wurde, leitet historisch Interessierte entlang von 14 Informationspunkten durch das Quartier. Mit dem ehemaligen SA-Gefängnis Papestraße und dem sogenannten Schwerbelastungskörper an der Kolonnenstraße verbindet der Parcours zwei Bauwerke, die für den Terror und den Größenwahn der NS-Zeit in Berlin von hoher zeitgeschichtlicher Bedeutung sind.
Zu dem Parcours sind zwei Broschüren des Bezirksamts erhältlich. Der aktuelle Rundgang ist abrufbar unter der Website www.geschichtsparcours.de. Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
13. September 2009
Tag der Erinnerung und Mahnung
Als Auftakt zum Gedenktag an die Opfer des Faschismus lud die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bundes der Antifaschisten (VVN/BdA) zu einer Gedenkveranstaltung am ehemaligen SA-Gefängnis Papestraße. Redner des VVN/BdA und des Fördervereins Gedenkstätte Papestraße erinnerten an die Menschen, die dort im Jahre 1933 von den Nazis inhaftiert, misshandelt und ermordet worden sind. Erneut wurde gefordert, dass aus diesem authentischen Ort endlich eine Gedenkstätte wird. Presse und Fernsehen berichteten über die Veranstaltung.
Auf der anschließenden zentralen Veranstaltung des VVN/BdA im Lustgarten war erneut die Ausstellung »Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße« zu sehen.
Frühjahr 2010
Beginn der Bauarbeiten
Nachdem vom Eigentümer des Gebäudes Werner-Voß-Damm 54a, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, nahezu der gesamte Kellerbereich des Hauses dem Bezirk überlassen wurde, war die Planung für die Gedenkstätte noch einmal überarbeitet worden. Der Eingang wurde auf die Südseite des Hauses verlegt und führt direkt zu dem zentralen Kellergang, der in seiner Größe und nahezu originaler Erhaltung die Dimensionen des Ortes wiedergibt. Dank des hohen Engagements aller Beteiligten konnten die Bauarbeiten im wesentlichen bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.
Eine Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt dazu weitere Informationen.
7. April 2011
Eröffnung des Gedenkortes SA-Gefängnis Papestraße

