Drucken | aaa
Fritz Fränkel (1892–1944)
Fritz Fränkel
Fritz Fränkel (1892–1944), Arzt und Psychologe.
Ansicht vergrößern Großansicht
Nach einem Medizin- und Psychologiestudium meldete sich der jüdische Berliner Fritz Fränkel 1915 freiwillig zum Kriegsdienst. Die Erfahrungen als Militärarzt gingen in seine Dissertation über Kriegsneurosen ein, mit der er 1919 promovierte. Politisch war Fränkel zu diesem Zeitpunkt bereits als Spartakus-Delegierter auf dem Gründungskongress der KPD Ende 1918 in Erscheinung getreten. Außerdem engagierte er sich Anfang der zwanziger Jahre im Verein Sozialistischer Ärzte und dem Proletarischen Gesundheitsdienst. Als sich Fränkel nach Anstellungen in verschiedenen Kliniken 1925 mit einer Praxis als Nervenarzt in Berlin niederließ, machte er durch mehrere grundlegende Untersuchungen zur Drogensucht auf sich aufmerksam. Später begleitete er als medizinischer Sachverständiger die Haschisch-Experimente Walter Benjamins. Zusammen mit dessen Schwester Dora veröffentlichte Fränkel die Erkenntnisse aus der Fürsorgearbeit mit Alkoholkranken in Berlin-Kreuzberg.

Am 21. März 1933 verhaftete die SA-Feldpolizei Fränkel in seiner Wilmersdorfer Wohnung und inhaftierte ihn im Gefängnis Papestraße. Während er dort von den SA-Leuten schikaniert und geprügelt wurde, begegnete er dem durch Misshandlungen schwer gezeichneten Mithäftling und Arztkollegen Arno Philippsthal, der kurz darauf seinen Verletzungen erlag.

Fränkel konnte am 23. März das SA-Gefängnis verlassen. Er flüchtete sofort in die Schweiz, der ersten Station seines Exils, das ihn über Frankreich und Spanien, wo er für die Internationalen Brigaden als Arzt tätig war, schließlich nach Mexiko führte. Dort starb Fränkel am 21. Juni 1944.