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Werner Ilberg (1889–1978)
Werner Ilberg
Werner Ilberg (1896–1978), Schriftsteller.
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Werner Ilberg stammte aus einer jüdischen Wolfenbütteler Kaufmannsfamilie. In seiner Heimatstadt war er zunächst Mitglied der SPD und engagierte sich in einer zionistischen Gruppe, die mit landwirtschaftlichen Ausbildungskursen das Leben nach der Einwanderung in Palästina vorbereitete. Um 1929/30 siedelte Ilberg nach Berlin über, wo sich seine literarischen Ambitionen entwickelten und er Kontakt zum »Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller« fand. Seinen Lebensunterhalt verdiente Ilberg damals durch den Handel mit gebrauchten Büchern.

Am 28. Juni 1933 wurde Ilberg gemeinsam mit der Wilmersdorfer Bibliothekarin Herta Block und Walter Stolle, die beide im »Bund« aktiv waren, bei einem Treffen verhaftet und in das Gefängnis Papestraße gebracht.

Ilbergs Bericht über seine zweiwöchige Haft im SA-Gefängnis gelangte zu Jan Petersen, der bis zu seiner Flucht aus Deutschland im Jahr 1935 Vorsitzender des verbotenen »Bundes« war. Ilbergs Beschreibungen des SA-Gefängnisses Papestraße finden sich in einem Band mit Erzählungen Petersens, die erstmals 1940 in London erschienen sind.

Ilberg kam nach seiner Haft im SA-Gefängnis Papestraße in weitere Gefängnisse, bis er, noch im Jahr 1933, in die Tschechoslowakei flüchtete. Dort trat er der KPD bei. 1934 wurde Ilbergs Romanmanuskript »Die Fahne der Witwe Graßbach« ausgezeichnet, veröffentlicht wurde es jedoch erst nach 1945. Sowohl in seinem Prager Exil wie in England, wohin er 1938 fliehen konnte, betätigte sich Ilberg in antifaschistischen schriftstellerischen Exilkreisen, wie beispielsweise dem »Freien Deutschen Kulturbund«. Nach Kriegsende kehrte Ilberg in seine Heimatstadt Wolfenbüttel zurück und lebte später als Schriftsteller in der DDR.