Geschichte > SA-Feldpolizei
SA-Feldpolizei
Die SA-Feldpolizei entstand kurz nach der Machtübernahme Hitlers im Februar 1933. Unter wechselnden
Bezeichnungen spielte diese Sondereinheit der SA-Führung bis Anfang 1934 vor allem in Berlin eine wichtige Rolle bei der
Verhaftung und Unterdrückung von Regimegegnern. Obwohl die SA-Feldpolizei Teil des nationalsozialistischen Machtapparates
und sogar reichsweit organisiert war, ist sie ein weithin unbekannter Aspekt der NS-Herrschaft.
Gründung durch Göring
Göring, zunächst preußischer Innenminister der neuen Hitler-Regierung, stellte die SA-Feldpolizei (»Fepo«) als kasernierte Sondereinheit der neugeschaffenen SA-Hilfspolizei wenige Tage vor dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 auf. Durch Erlass wurden am 22. Februar – allein in Berlin – etwa 3000 bis 5000 SA-Männer zu Hilfspolizisten erklärt. Die Feldpolizei-Sondereinheit bestand aus circa 180 ausgewählten SA-Mitgliedern.
Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand führte die Feldpolizei erstmals Massenverhaftungen von NS-Gegnern durch. In Berlin waren es Hunderte, die von den regulären Polizeieinheiten und den neuen Hilfspolizeikräften festgenommen wurden. Dabei sollen sich etwa 100 Verhaftete in der Gewalt der Feldpolizei befunden haben. Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zum ersten Standort der Feldpolizei. Möglicherweise war sie anfangs in der Friedrichstraße 234 untergebracht. Dort stand ein Lagergebäude, das bereits vor der Machtübernahme von seinem Besitzer der Berliner SA unentgeltlich zu Verfügung gestellt wurde. In der benachbarten Hedemannstraße befand sich die Zentrale der Berlin-Brandenburger SA. Deren Leiter – bis März 1933 Graf Helldorf, dann Karl Ernst - war die Feldpolizei direkt unterstellt. Wegen ihrer weitreichenden polizeilichen Befugnisse und unkontrollierten Tätigkeit wurde sie auch »Görings Geheimpolizei« genannt.
Verflechtung mit dem NS-Unterdrückungsapparat
Die Feldpolizei hielt auch zur »Abteilung Ia« im Polizeipräsidium, der Politischen Polizei, enge Verbindung. Aus dieser Abteilung entwickelte sich im April 1933 das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa). Dort arbeitete ein Verbindungsmann zur SA und ein Gestapa-Kommissar übernahm die polizeiliche Ausbildung der Feldpolizisten.
Mitte März 1933 erhielt die Feldpolizei ihren Dienstsitz im Gebäude H der General-Pape-Straße, dem heutigen Werner-Voß-Damm 54a. Die Fepo benutzte die Kellerräume des Gebäudes zur Unterbringung von Häftlingen. Im Erdgeschoss befanden sich Verwaltungsräume, in denen auch Verhöre stattfanden. In dem Gebäude waren außerdem einige Feldpolizisten kaserniert. Der Leiter der Fepo war Walter Fritsch, ein ehemaliger Weltkriegsoffizier und nach 1918 zeitweiliger Ausbilder an der Spandauer Polizeisportschule.
In den folgenden Monaten des Jahres 1933 wurde das SA-Gefängnis Papestraße zu einem der zentralen Berliner Haftorte des NS-Regimes. Es stand in direktem Austausch mit dem Polizeipräsidium, dem Gestapa in der Prinz-Albrecht-Straße, der Berliner SA-Führung, dem »Columbia-Haus«, in dem die SS ab Juni 1933 ein Konzentrationslager eingerichtet hatte, und den anderen frühen Konzentrationslagern Oranienburg und Sonnenburg.
Neuer Name und Standort
Die Einsätze der Hilfspolizei gingen im Mai 1933 stark zurück und bis August 1933 wurden diese Verbände aufgelöst. Das betraf jedoch nicht die Feldpolizei. Im Juni 1933 wurde die Fepo beispielsweise bei einer Großrazzia in Schöneberger Laubenkolonien eingesetzt. Der Leiter der Polizeiaktion beurteilte die Fepo dabei in einem Schreiben an den Chef des Gestapa, Diels, als »außerordentlich straff diszipliniert« und absolut zuverlässig, weshalb sie zu weiteren Aktionen herangezogen werden sollte. Unter dem neuen Namen SA-Feldjägerkorps, den die Fepo im Oktober 1933 erhielt, zählte die Truppe inzwischen reichsweit insgesamt 2000 Männer, von denen 200 in der Papestraße tätig waren. Anfang Dezember 1933 verlegte das Feldjägerkorps seinen Standort in die Nähe des Alexanderplatzes. Dort wurden bei der Zerschlagung der illegalen Kreuzberger Bezirksgruppe der KPD im Februar 1934 über 50 Personen inhaftiert.
Übernahme zur Verkehrspolizei
Die Ermordung der SA-Führung am 30. Juni 1934, der auch SA-Führer Ernst zum Opfer fiel, führte schließlich zur Entmachtung und zum Funktionsverlust des Feldjägerkorps. Nach seiner Auflösung im Jahr 1936 wurden viele seiner Angehörigen als Beamte in die neugebildete motorisierte Verkehrspolizei oder in die Schutzpolizei übernommen.
Göring, zunächst preußischer Innenminister der neuen Hitler-Regierung, stellte die SA-Feldpolizei (»Fepo«) als kasernierte Sondereinheit der neugeschaffenen SA-Hilfspolizei wenige Tage vor dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 auf. Durch Erlass wurden am 22. Februar – allein in Berlin – etwa 3000 bis 5000 SA-Männer zu Hilfspolizisten erklärt. Die Feldpolizei-Sondereinheit bestand aus circa 180 ausgewählten SA-Mitgliedern.
Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand führte die Feldpolizei erstmals Massenverhaftungen von NS-Gegnern durch. In Berlin waren es Hunderte, die von den regulären Polizeieinheiten und den neuen Hilfspolizeikräften festgenommen wurden. Dabei sollen sich etwa 100 Verhaftete in der Gewalt der Feldpolizei befunden haben. Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zum ersten Standort der Feldpolizei. Möglicherweise war sie anfangs in der Friedrichstraße 234 untergebracht. Dort stand ein Lagergebäude, das bereits vor der Machtübernahme von seinem Besitzer der Berliner SA unentgeltlich zu Verfügung gestellt wurde. In der benachbarten Hedemannstraße befand sich die Zentrale der Berlin-Brandenburger SA. Deren Leiter – bis März 1933 Graf Helldorf, dann Karl Ernst - war die Feldpolizei direkt unterstellt. Wegen ihrer weitreichenden polizeilichen Befugnisse und unkontrollierten Tätigkeit wurde sie auch »Görings Geheimpolizei« genannt.
Verflechtung mit dem NS-Unterdrückungsapparat
Die Feldpolizei hielt auch zur »Abteilung Ia« im Polizeipräsidium, der Politischen Polizei, enge Verbindung. Aus dieser Abteilung entwickelte sich im April 1933 das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa). Dort arbeitete ein Verbindungsmann zur SA und ein Gestapa-Kommissar übernahm die polizeiliche Ausbildung der Feldpolizisten.
Mitte März 1933 erhielt die Feldpolizei ihren Dienstsitz im Gebäude H der General-Pape-Straße, dem heutigen Werner-Voß-Damm 54a. Die Fepo benutzte die Kellerräume des Gebäudes zur Unterbringung von Häftlingen. Im Erdgeschoss befanden sich Verwaltungsräume, in denen auch Verhöre stattfanden. In dem Gebäude waren außerdem einige Feldpolizisten kaserniert. Der Leiter der Fepo war Walter Fritsch, ein ehemaliger Weltkriegsoffizier und nach 1918 zeitweiliger Ausbilder an der Spandauer Polizeisportschule.
In den folgenden Monaten des Jahres 1933 wurde das SA-Gefängnis Papestraße zu einem der zentralen Berliner Haftorte des NS-Regimes. Es stand in direktem Austausch mit dem Polizeipräsidium, dem Gestapa in der Prinz-Albrecht-Straße, der Berliner SA-Führung, dem »Columbia-Haus«, in dem die SS ab Juni 1933 ein Konzentrationslager eingerichtet hatte, und den anderen frühen Konzentrationslagern Oranienburg und Sonnenburg.
Neuer Name und Standort
Die Einsätze der Hilfspolizei gingen im Mai 1933 stark zurück und bis August 1933 wurden diese Verbände aufgelöst. Das betraf jedoch nicht die Feldpolizei. Im Juni 1933 wurde die Fepo beispielsweise bei einer Großrazzia in Schöneberger Laubenkolonien eingesetzt. Der Leiter der Polizeiaktion beurteilte die Fepo dabei in einem Schreiben an den Chef des Gestapa, Diels, als »außerordentlich straff diszipliniert« und absolut zuverlässig, weshalb sie zu weiteren Aktionen herangezogen werden sollte. Unter dem neuen Namen SA-Feldjägerkorps, den die Fepo im Oktober 1933 erhielt, zählte die Truppe inzwischen reichsweit insgesamt 2000 Männer, von denen 200 in der Papestraße tätig waren. Anfang Dezember 1933 verlegte das Feldjägerkorps seinen Standort in die Nähe des Alexanderplatzes. Dort wurden bei der Zerschlagung der illegalen Kreuzberger Bezirksgruppe der KPD im Februar 1934 über 50 Personen inhaftiert.
Übernahme zur Verkehrspolizei
Die Ermordung der SA-Führung am 30. Juni 1934, der auch SA-Führer Ernst zum Opfer fiel, führte schließlich zur Entmachtung und zum Funktionsverlust des Feldjägerkorps. Nach seiner Auflösung im Jahr 1936 wurden viele seiner Angehörigen als Beamte in die neugebildete motorisierte Verkehrspolizei oder in die Schutzpolizei übernommen.




